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Akademisches Lehrkrankenhaus der LMU München

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Neue Therapieformen bei Bauchfell-Metastasierung (Peritonealkarzinose)

Zytoreduktive Chirurgie (nach Sugerbaker)

a_hipec-maschineDie Peritonealkarzinose (PC) wurde lange Zeit als nicht therapierbares Endstadium einer Tumorerkrankung angesehen, deren Ursprung meistens in einer Krebsgeschwulst der Bauchorgane ( Magen, Dickdarm - Colon, Bauchspeicheldrüse - Pankreas, Blinddarm - Appendix, Eierstöcke - Ovarien) liegt. In diesem Erkrankungsstadium galten chirurgische Therapieanstrengungen als aussichtslos, die Heilungschancen als minimal.

Es ist ein großer Verdienst von Paul Sugarbaker vom Washington Cancer Institut, für diese schwer erkrankten Patienten ein Therapiekonzept zu entwickeln, das erstaunliche Erfolge zeigte und erst langsam zu allgemeiner Akzeptanz findet.  Das Konzept besteht aus einer zytoreduktiven Chirurgie, d.h. einer Entfernung möglichst aller sichtbarer Tumormanifestationen, gefolgt von einer Hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC). Dabei werden die chemotherapeutischen Medikamente bereits während der Operation unter kontrollierter Erwärmung direkt in die Bauchhöhle eingebracht. Die Wirksamkeit ist am besten bei mikroskopisch kleinen Herden oder zumindest sehr kleinen Knoten, da die Eindringtiefe nur 1 - 2 mm beträgt.

Bei der zytoreduktiven Chirurgie versucht man möglichst über 90 % der Tumorlast operativ zu entfernen. Hierbei wird das Bauchfell von der Bauchwand der Blase und dem Zwerchfell sowie von dem Mesenterium abgetragen. Das große Netz wird regelmäßig entfernt, und falls erforderlich werden auch Anteile des Dünn- oder Dickdarms reseziert. Diese Operationen sind zeitaufwendig und stellen für den Patienten eine nicht unerhebliche Belastung dar. Unmittelbar nach der Zytoreduktion ( eine Operation) oder nach einem Zeitintervall von wenigen Tagen (zweite Operation) wird eine hypertherme Chemotherapie, z.B. mit Mitomycin und Cisplatin (HIPEC) ) angeschlossen.

a_clip_image002_1Dazu wird ein aufwendiges Hyperthermie Pumpsystem benötigt, um die Zieltemperatur von 41-43 C° in allen Abschnitten  des Bauchraumes zu erreichen. Die Chemotherapie wird mit erhitzter  Flüssigkeit durch den Bauchraum gepumpt und wieder abgesaugt. Temperatursonden liegen in allen Quadranten und überprüfen die erreichte Temperatur.

Ausgewählten Patienten kann man mit diesem Verfahren wirksam helfen, es werden 10-Jahres-Überlebensraten von 25 - 65 % je nach Art des Primärtumors und Erkrankungsausbreitung berichtet. Vorausseitzung ist, daß chirurgisch eine weitgehende Tumorfreiheit erreichbar ist und der Allgemeinzustand des Patienten die Anwendung der Chemotherapeutika zuläßt.

Wir haben daher die technischen Voraussetzungen für diese Therapie am Klinikum Dachau geschaffen und bereits einige Patienten in der Sugerbaker-Technik operiert und therapiert. Nachdem es sich um sehr eingreifende Therapieverfahren handelt, muß im Umfeld der Operation eine kompetente Intensiv-Überwachung und -Therapie erfolgen, die in unserem neugebauten Zentrum für Intensivmedizin optimal gewährleistet ist.


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